Mitarbeiterin Swetlana Schwebel (3. v. l.) und Bewohnerin Waltraud Petry (5. v. l.) im Kreis der Gäste der KD-Bank, der VK Immobilien und der Evangelischen Stiftung Volmarstein. Die Gäste v. l.: Daniela Bäumer, Gerrit Harder, Andreas Ermisch, Ekkehard Meinecke, Michael Weiß und Markus Bachmann.Mitarbeiterin Swetlana Schwebel (3. v. l.) und Bewohnerin Waltraud Petry (5. v. l.) im Kreis der Gäste der KD-Bank, der VK Immobilien und der Evangelischen Stiftung Volmarstein. Die Gäste v. l.: Daniela Bäumer, Gerrit Harder, Andreas Ermisch, Ekkehard Meinecke, Michael Weiß und Markus Bachmann.

Ein bisschen Familie

Die Evangelische Stiftung Volmarstein hat im Hagener Stadtteil Haspe eine neue Pflegeeinrichtung eröffnet. Diese ist ein wichtiger Baustein der zukunftsorientierten Entwicklung des Immobilienbestands der Stiftung.

Ein sonniger Tag Anfang Juli. Viele Bewohnerinnen und Bewohner halten sich im Außenbereich des Jörn-Kreke-Hauses auf, gehen ein paar Schritte, unterhalten sich in einem Schatten spendenden Pavillon oder beobachten das Geschehen von einem Strandkorb aus. Vom nahen Wald kommt etwas Kühle auf die Terrasse.

Besuch hat sich angekündigt. Eine Bewohnerin ist deswegen sogar extra beim Friseur gewesen. Aus Dortmund ist eine Delegation der Bank für Kirche und Diakonie (KD-Bank) angereist. Die KD-Bank hat den Neubau der Pflegeeinrichtung der Evangelischen Stiftung Volmar­stein durch einen Kredit finanziell unterstützt und das Finanzierungsmodell erarbeitet. Vorstand Andreas Ermisch, Bereichsdirektor Diakonie & Sozialwirtschaft Gerrit Harder und Betreuerin Daniela Bäumer wollen sich persönlich ein Bild davon machen, was mit dem Geld der KD-Bank auf den Weg gebracht wurde. Der Hausherr ist ebenfalls vor Ort: Stiftungsvorstand Markus Bachmann, außerdem Michael Weiß, Geschäftsführer VK Immobilien GmbH, als Vertreter des Investors. Beim Rundgang durch das Gebäude lernen die Gäste viele Besonderheiten der Immobilie und der dortigen „Miteinanderkultur“ kennen.

Personen spielen mit Ball und Schwungtuch.
Bewegung und Spaß mit dem Schwungtuch.

Umarmen tut so gut

„Wundern Sie sich bitte nicht, wenn ich einzelne Bewohnerinnen und Bewohner duze“, sagt Swetlana Schwebel, Leiterin des Sozialen Dienstes. „Einige von ihnen haben uns Mitarbeitenden das Du angeboten. Wir haben das Angebot gerne angenommen.“ Als sie beim Rundgang von einer Bewohnerin spontan umarmt wird, bestätigt dies eine wesentliche Besonderheit der Einrichtung: Im Jörn-Kreke-Haus geht es in vieler Hinsicht vertraut und familiär zu. Der kommissarische Hausleiter Chrisowalandis Loukidis sowie das 60 Mitarbeitende zählende Team in Hagen-Haspe leben und gestalten diesen Stil des Miteinanders Tag für Tag. Da wird auch schon mal jemand freundschaftlich auf die Schippe genommen; es wird gekichert, geklönt, die Hand sanft gestreichelt oder gehalten, wenn es passend ist.

Gebäudeansicht von außen

Namensgeber Jörn Kreke

Der Neubau im Ortsteil Hagen-Haspe trägt den Namen des im Jahr 2024 verstorbenen Hagener Unternehmers und Gründers der Douglas-Gruppe Jörn Kreke. Er war in hohem Maße sozial engagiert und ein langjähriger Freund und Förderer der Evangelischen Stiftung Volmarstein. Bei der Eröffnung im Juni 2026 waren sein Sohn Dr. Henning Kreke und seine Schwiegertochter Jane Kreke mit dabei. „Anderen Menschen zu helfen war Jörn Kreke ein persönliches Anliegen“, betont Stiftungsvorstand Markus Bachmann. „Er war ein leuchtendes Beispiel für gesellschaftliches Engagement.“

Das Team bietet den älteren Menschen individuelle Unterstützung, stärkt aber auch das Gemeinschaftsgefühl durch viele verschiedene Aktivitäten, beispielsweise jahreszeitliche Feste, Musiknachmittage, das Erzählcafé oder Bewegungsspiele“, sagt Ekkehard Meinecke, Leiter Geschäftsfeld Pflege bei der Evangelischen Stiftung Volmarstein. Auch die Anbindung an die örtliche Kirchengemeinde ist Teil des Betreuungskonzepts der Stiftung.

Mit dem dreistöckigen Neubau wurde im August 2024 gestartet. Ein 4.000 Quadratmeter großes Gelände wurde dazu bebaut. Im April 2026 zogen die ersten Bewohnerinnen und Bewohner ein. Insgesamt ist Platz für 80 pflegebedürftige Menschen. Neben den Einzelzimmern mit rund 20 bis 23 Quadratmetern sorgen die Terrasse und die Gemeinschaftsräume für die richtige Mischung an Rückzugsmöglichkeiten und dem Erleben von Miteinander. Im Zentrum jeder Etage befindet sich ein großer Aufenthaltsraum mit einer offenen Küche. Hier werden die Mahlzeiten für jeden und jede individuell angerichtet.

Evangelische Stiftung Volmarstein (ESV)

Seit 1904 ist die von Pfarrer Arndt gegründete Evangelische Stiftung Volmarstein in Wetter (Ruhr) in der Körperbehinderten- und Krankenpflege tätig und hat sich im Laufe der Jahre zu einer diakonischen Komplexeinrichtung entwickelt.
Die Stiftung ist für die Menschen in der Region ein zuverlässiger Partner. Durch ihr vielfältiges Engagement bietet die ESV in vielen Lebenssituationen Hilfe für Menschen jeden Alters. Inzwischen arbeiten über 4.400 Menschen unter dem Dach der Stiftung. Mit ihrer täglichen Arbeit, mit Herz und Engagement füllen sie die ESV mit Leben und prägen das diakonische Profil des Unternehmens.

Schild
Die Evangelische Stiftung Volmarstein hat in Hagen-Haspe ein neues Pflegeheim gebaut: gemäß KfW-40-Standard und an einem bewaldeten Hang. Foto: Andreas Buck

Auf individuelle Bedarfe ausgerichtet

Auf den drei Stockwerken leben jeweils Menschen mit einem ähnlichen Unterstützungsbedarf zusammen. In der ersten Etage werden Menschen mit kognitiven Einschränkungen betreut. In der dritten Etage leben überwiegend mobilere Seniorinnen und Senioren. Im Erdgeschoss hat die Verwaltung ihre Räumlichkeiten; außerdem gibt es hier einen weiteren großen Begegnungsraum, in dem regelmäßig Gottesdienste stattfinden. Heimbeirat, Bewohnerschaft und Angehörige wurden frühzeitig in die Planungen einbezogen.

Im Jörn-Kreke-Haus werden die Bewohnerinnen und Bewohner durch verschiedene Angebote motiviert, sich zu bewegen. Das bunte Schwungtuch ist bei ihnen besonders beliebt. Außerdem wird ihr Orientierungssinn gezielt gefördert: Auf dem Außengelände ist ein Sinnespfad geplant, in den Wohnbereichen Themeninseln, beispielsweise zu Natur- oder Reisethemen. Ein Farbleitsystem erleichtert die Orientierung im Gebäude.

Bewohnerin Margot Thurn (l.) heißt Daniela Bäumer in ihrem Zimmer willkommen.
Bewohnerin Margot Thurn (l.) heißt Daniela Bäumer in ihrem Zimmer willkommen. Fotos: Andreas Buck

Nachhaltigkeit in ökologischer Hinsicht spielte beim Neubau eine maßgebliche Rolle. „Die Pflegeeinrichtung wurde als klimafreundliches Gebäude im KfW-40-Standard mit QNG-Plus-Zertifizierung gebaut“, sagt Weiß. Rund 16 Millionen Euro hat die VK Immobilien GmbH in den Neubau investiert. „Die Zusammenarbeit bei der Finanzierung war äußerst konstruktiv und vertrauensvoll. Durch die nachhaltige Konzeption des Neubaus als KfW-40-Gebäude mit QNG-Siegel konnten über uns Fördermittel aus dem Programm 298 – Klimafreundlicher Neubau – aus der Bundesförderung für effiziente Gebäude über die KfW beantragt werden, die dann bewilligt wurden“, sagt Bäumer.

Auf dem Flachdach gibt es eine durch einen Batteriespeicher ergänzte Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 99 kWp und zwei Wärmepumpen. „Per se zahlt die Einrichtung auf die soziale Komponente von Nachhaltigkeit ein, denn sie trägt wesentlich zu einer höheren Lebensqualität von älteren Menschen bei. Dass das Gebäude zusätzlich ökologische Anforderungen in einem hohen Maß erfüllt, war ein wichtiges Argument für unsere Kreditvergabe“, so Harder.

Chrisowalandis Loukidis (Bildmitte) erörtert einige Besonderheiten des Pflegeheims; v. l.: Gerrit Harder, Markus Bachmann, Andreas Ermisch und Michael Weiß.
Chrisowalandis Loukidis (Bildmitte) erörtert einige Besonderheiten des Pflegeheims; v. l.: Gerrit Harder, Markus Bachmann, Andreas Ermisch und Michael Weiß. Foto: Andreas Buck

Eingebettet in ein Gesamtkonzept

Die Weiterentwicklung des Immobilienbestands ist für die Evangelische Stiftung Volmarstein Teil einer langfristigen Gesamtstrategie. Mit 82 Standorten setzt die Stiftung auf eine ausgewogene Mischung aus modernen Neubauten und der Qualifizierung bestehender Gebäude. Das neue Seniorenhaus in Haspe entstand in Kooperation mit der VK Immobilien Gruppe und der
KD-Bank, während das bestehende Evangelische Alten- und Pflegeheim Haspe parallel umfassend durch die Evangelische Stiftung Volmarstein modernisiert wird.

Deren Vorstand Markus Bachmann: „Wir denken bei unseren Immobilien nicht in einzelnen Projekten, sondern sehen sie als Gesamtkonzept. Gemeinsam mit starken Partnern schaffen wir moderne, nachhaltige Gebäude und entwickeln gleichzeitig unseren bestehenden Immobilienbestand konsequent weiter. So stellen wir die Weichen für die Zukunft.“

„Mit dem Neubau in Hagen-Haspe hat die Stiftung auf den gesellschaftlichen Bedarf nach weiteren Pflegeplätzen reagiert. Beim Vor-Ort-Termin haben wir einen sehr guten Eindruck davon bekommen, wie die Stiftung sowohl die Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner an eine hohe Lebensqualität im Alter erfüllt als auch Fortschritte bei der ökologischen Nachhaltigkeit erzielt“, so Ermisch.

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